Soumsoum, la nuit des astres
Soumsoum, Night of the Stars
Mahamat-Saleh Haroun ist der Filmemacher des Tschad, eines riesigen, dünn besiedelten Staates in der südlichen Sahara. Im Mittelpunkt seines aktuellen Werks steht Kellou, die in der Logik der Männer „noch ein Kind“ ist. Sie ist eine Außenseiterin, über ihre Geburt sind schlimme Dinge gerüchteweise im Umlauf: Sie stammt „vom Blut ab“, eine schauerliche Umschreibung des Todes ihrer Mutter. Für Haroun ist Kellou ein Medium, in ihren Visionen zeigt sich ein Wissen, das die Frauen hüten, und das auf eine Zeit vor dem Islam verweist. SOUMSOUM … entwirft davon einen modernen Mythos. Ein zentrales Werk des neuen postkolonialen Kinos. (Bert Rebhandl)